Der Weg entlang der Ringstraße führte mich weiter in die Eiswelt Islands. Hier sind die Gletscher zuhause und es gibt wunderschöne Schneelandschaften und Eisbergseen zu bestaunen. Den Spaß gibt´s natürlich nicht umsonst, man muss schon einen Temperaturabfall in Kauf nehmen, aber es lohnt sich. Sehr viele Touristen tummeln sich am Jökursarlón, dem berühmtesten Gletschersee Islands, der direkt an der Ringstraße liegt und die Kulisse für eine Szene in einem James Bond Film darstellt. Da ich für meine Fotos ein bisschen Ruhe brauchte und nicht von jedem zweiten Passanten auf meine Pyrotechnik angesprochen werden wollte habe ich mir meinen eigenen Gletschersee gesucht. Eine 10 km Schotterpiste, die alles übertrifft was ich bis jetzt gefahren bin und die von einer Brücke unterbrochen wird, die der TÜV mit Sicherheit nicht abgenommen hätte führte mich zu Heinabergsjökull, einem etwas abseits gelegnen Gletscher mit See und Eisbergen. Dort war es so ruhig und abgeschieden, dass man das Eis schmelzen und in der Nacht wieder gefrieren hören konnte. Kein Witz. Hier kam dann meine Ausrüstung erstmals vollständig zum Einsatz, denn das Thermometer zeigte nur noch + 1 an. In der Nacht wurden daraus dann -3 und als ich morgens aufgewacht bin, hatte ich kleine Schneeblumen an den Fenstern. Ich glaube, der Moment als ich beschlossen habe im Geltschersee baden zu gehen war, als ich festgestellt habe, dass die dünne Eisschicht, die sich über Nacht gebildet hatte langsam verschwand. Wann hat man schon die Gelegenheit, einen Eisberg unter Wasser zu befühlen und mit einer Robbe zu schwimmen? Außerdem hatte ich ja auch die Nominierung meines lieben Gruppenkindes Annalena zur Icebucketchallange nicht eingelöst, sondern viel eher gekonnt ignoriert. Also, ab in´s kalte Wasser! Die Robbe war ganz zutraulich und hat mich ziemlich nah rausschwimmen lassen und Eisberge fühlen sich unter Wasser genauso an wie über Wasser. Außerdem haben sie unter der Oberfläche nicht mehr Masse als darüber, zumindest nicht die, die ich betastet habe. Insgesamt war ih aber auch nur fünf Minuten im Wasser, weil es einfach zu kalt war, deshalb reichte meine Zeit nicht für repräsentative Untersuchungen. Als ich wieder rauskam begegneten mir zwei Männer aus Köln, die kurzzeitig überlegt haben mich einweisen zu lassen. Ich konnte sie aber davon überzeugen, dass ich bis auf gelegentliche Anfälle von Wahnsinn, die mich dazu bringen in Gewässern zu schwimmen deren Temperatur knapp über dem Gefrierpunkt liegt, kerngesund bin.




boa jelena !!!!!
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