So abenteuerlich wie meine ganze Reise, gestaltete sich auch meine Heimkehr. Die vier Tage auf der Fähre habe ich gut hinter mich bringen können, was ich vor allem der Gesellschaft von Emma aus Kanada und Dario aus Italien zuschreibe. Da wir wegen des Sturmes einen Tag zu früh an Bord gingen, fühlte sich die Fährgesellschaft verpflichtet, uns an diesem Tag kostenfrei zu versorgen. So ergatterte ich ein Frühstück, dass ich mir sonst sicher nicht geleistet hätte. Als ein blondes Mädchen, das mindestens genauso zerzaust aussah wie ich, während dieses herrlichen Frühstücksbuffets neben mir begann, Schinken, Eier und Brote in ihre Tupperdose zu schieben und sich dabei verstohlen umblickte, meinen Blick auffing und schuldbewusst grinste, hatte ich eine angemessene Begleitung gefunden. Emma stellte mir dann noch Dario vor, der in ihrer Kabine schlief und wir drei wurden eine kleine Fährenfamilie. Dafür habe ich auch gerne die Moralpredigt eines (natürlich deutschen) Mitreisenden über mich ergehen lassen, der sich darüber entrüstete, dass Emma Essen vom Buffet gestohlen hatte. Die Tatsachen, dass er selbst so füllig war, dass er vermutlich trotzdem die dreifache Menge von unserer Portion verdrückt hatte und mich ansprechen musste, weil seine Englischkenntnisse einem Streit mit einer Kanadierin gewachsen waren machten es mir nicht möglich, ihn besonders ernst zu nehmen. Trotz unserer frühen Abfahrt, holten uns auf den Färöern dann einige Ausläufer des Sturmes ein, so dass wir mit einer zweistündigen Verspätung in Dänemark ankamen. Das war insofern problematisch, als dass mir zum Zeitpunkt unserer Ankunft nur noch eine halbe Stunde blieb, um meine Mitfahrgelegenheit pünktlich in Flensburg einzusammeln. Diverse Berechnungen von Dario ergaben, dass ich dazu mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 650 km/h hätte fahren müssen, also borgte er mir sein Handy (meine Sim-Karte befand sich ja nach wie vor tief im Bauch des Zafiras), sodass ich meiner Mama eine SMS schreiben konnte. Sie hatte nämlich die Kommunikation mit der netten Frau Gül für mich in die Wege geleitet und sollte sie über meine Verspätung informieren. Wäre es bei diesen zwei Stunden geblieben, hätte ich ganz entspannt nach Flensburg fahren können, und man hätte vielleicht sogar behaupten können, dass es sich gelohnt hatte ein sauberes, bzw. nicht-stinkendes Tshirt für die Rückfahrt aufzuheben. Dem war aber leider nicht so. Als kleines Abschiedsgeschenk hat Smyrilline mir noch einen großen Container vor mein Auto gestellt, sodass ich als allerletzte das Schiff verlassen habe, nämlich 1 ½ Stunden nach Ankunftszeit. Mit Lichtgeschwindigkeit bin ich dann nach Flensburg gedüst, aber ich war natürlich trotzdem weit davon entfernt pünktlich anzukommen. Völlig entnervt und verschwitzt kam ich dort an und begab mich auf die Suche nach einer 30 jährigen Frau, von der ich nur wusste, dass sie Sozialpädagogin ist und dass ihr die Abfahrtszeit angeblich ziemlich wumpe ist. Das mit der völligen Gleichgültigkeit der Abfahrtszeit, ja sogar dem Tag gegenüber hätte mich vielleicht schon im Vorfeld misstrauisch stimmen können (meine Mama hatte mir gesagt ich könne sie sowohl, Freitag, Samstag als auch Sonntag einsammeln, das sei ihr egal), aber irgendwie hatte ich andere Sorgen. Nervös ließ ich meinen Blick schweifen, und wer sitzt da am vereinbarten Treffpunkt? Mein Freund! Da habe ich dann gar nichts mehr verstanden und mich einfach nur gefreut. Meine Mama hat mich ganz schön ausgetrickst, mit ihrer Frau Gül und so konnte ich mich unverhofft auf 5 Stunden lang neben meinem Liebsten auf dem Beifahrersitz entspannen :) Das war die beste Überraschung, die ich je erlebt habe und Behnie nenne ich ab jetzt liebevoll meine Sozialpädagogin.
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| Ein kleines Kunstwerk von Toni um mich zu begrüßen. Die Blume in der Mitte ist eine Eisblume, wegen meines kalten Bades im Gletschersee :) |

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